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<title>Louis Cohn</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Louis Cohn</span></h1>
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<p><b>Louis Cohn</b> (* <a href="10._Januar" title="10. Januar">10. Januar</a> <a href="1852" title="1852">1852</a> in <a href="Halle_(Saale)" title="Halle (Saale)">Halle a. d. Saale</a>; † <a href="23._Oktober" title="23. Oktober">23. Oktober</a> <a href="1927" title="1927">1927</a> in <a href="M%C3%BCnchen" title="München">München</a>) war ein deutscher <a href="Politiker" title="Politiker">Politiker</a>, <a href="Verleger" title="Verleger">Verleger</a>, <a href="Publizist" title="Publizist">Publizist</a> und <a href="Sozialdemokrat" class="mw-redirect" title="Sozialdemokrat">Sozialdemokrat</a>. Louis Cohn stammte aus einer wohlhabenden jüdischen Kaufmannsfamilie. Sein Vater Elias Cohn war verheiratet mit Julie Cohn geborene Gottschalk.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Leben">Leben</h2></div>
<p>Seine Schulzeit begann er 1858 an den <a href="Franckesche_Stiftungen" title="Franckesche Stiftungen">Franckeschen Stiftungen</a> in Halle. Nach dem Willen seines Vaters absolvierte er 1867 eine kaufmännische Ausbildung in einem Großhandelshaus in <a href="Frankfurt_am_Main" title="Frankfurt am Main">Frankfurt am Main</a>. Schon nach einem Jahr sollte er in Leipzig seine Ausbildung fortsetzen, da seine Eltern nach Leipzig umgezogen waren. Differenzen mit seinem Vater bezüglich seines Berufes brachen auf, und er sollte zu einem Geschäftsfreund nach <a href="Liverpool" title="Liverpool">Liverpool</a> ziehen und als <a href="Volontariat" title="Volontariat">Volontär</a> arbeiten.
</p><p>In England vollzog sich die eigentliche Schicksalswende in seinem Dasein. Sie fesselte ihn für die ganze Lebenszeit an den <a href="Sozialismus" title="Sozialismus">Sozialismus</a> und die deutsche Sozialdemokratie. Wie wird man schnellstmöglich Sozialist, um diese Frage zu beantworten, konsolidierte er <a href="Karl_Marx" title="Karl Marx">Karl Marx</a>. Außerdem wollte Cohn nach Amerika, Marx gab ihm ein Empfehlungsschreiben an <a href="Friedrich_Adolph_Sorge" class="mw-redirect" title="Friedrich Adolph Sorge">Friedrich Adolph Sorge</a> mit. Nach einer stürmischen Überfahrt, erreichte er im Juli 1870 New York. Dort wendete er sich an Sorge, der ihn gleich als Mitglied der <a href="Internationale_Arbeiterassoziation" title="Internationale Arbeiterassoziation">Internationalen Arbeiterassoziation</a> aufnahm. In einer Sektionsversammlung lernte Cohn, <a href="Carl_Vogt" title="Carl Vogt">Carl Vogt</a> kennen, der ihn zum Sozialdemokraten machte. Vogt erschien ihm als die Verkörperung des <a href="Ferdinand_Lassalle" title="Ferdinand Lassalle">Lassalleschen</a> Gedankens, der Kooperation der Wissenschaft und der Arbeiter.
</p><p>Nach 2½jährigem Aufenthalt in New York musste Cohn abreisen, um sich in Leipzig zur Musterung einzufinden, wenn nicht, würde er als <a href="Deserteur" class="mw-redirect" title="Deserteur">Deserteur</a> gelten. Der Abschied von den Genossen fiel ihm ebenso schwer, wie das Ausscheiden aus seiner kaufmännischen Stellung. Das Studium der <a href="%C3%96konomie" class="mw-redirect" title="Ökonomie">Ökonomie</a> und des Sozialismus, in Verbindung mit seiner kaufmännischen Tätigkeit, hatte seinem Geist eine ganz neue Richtung gegeben. Seine Auffassung und sein Widerwillen gegen den kaufmännischen Beruf veränderten sich vollständig. Er erkannte, wie wichtig tüchtige kaufmännische Kräfte für den Aufbau der sozialistischen Wirtschaft sind. Mit diesen Ergebnissen trat er die Rückreise nach Europa an.
</p><p>Cohn wurde als dienstuntauglich erklärt, nicht wegen seines Gesundheitszustandes, sondern weil es genug Einjährige gab. Er wollte deshalb wieder nach New York zurückkehren. Auf Drängen seiner Eltern trat er aber in das väterliche Geschäft in Leipzig ein. Der Mittelpunkt parteigenössischer Zusammenkünfte bildete damals der <a href="Arbeiterbildungsverein" title="Arbeiterbildungsverein">Arbeiterbildungsverein</a>. Dort traf er <a href="Wilhelm_Liebknecht" title="Wilhelm Liebknecht">Wilhelm Liebknecht</a>, den er auch oft in seiner Wohnung besuchte. Bei ausgedehnten Spaziergängen in <a href="Connewitz" title="Connewitz">Connewitz</a> nahmen auch bisweilen die Familie <a href="August_Bebel" title="August Bebel">Bebel</a> teil. Im Schützenhaus versammelte sich regelmäßig und zwanglos der Schriftstellerverein. Cohn lernte dort gleichgesinnte Leute kennen. Er traf dort den Lassalleaner <a href="Heinrich_Wuttke" title="Heinrich Wuttke">Heinrich Wuttke</a>, den alten <a href="Carl_Eduard_Cramer_(Publizist)" title="Carl Eduard Cramer (Publizist)">Cramer</a> Redakteur der <a href="S%C3%A4chsische_Vaterlands-Bl%C3%A4tter" title="Sächsische Vaterlands-Blätter">Vaterlandsblätter</a> und dessen Sohn Richard, bekannt als Dichter unter dem Namen <a href="Rudolf_Lavant" title="Rudolf Lavant">Rudolf Lavant</a>.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Mit der Verlegung des elterlichen Geschäftes von Leipzig nach Berlin und der nachfolgenden Auflösung wegen großer Verluste im Ausland, verlor Cohn seine Selbständigkeit. Ein Angebot aus <a href="Erfurt" title="Erfurt">Erfurt</a>, bei der Zeitschrift <a href="Trib%C3%BCne_(1945%E2%80%931946)" title="Tribüne (1945–1946)">Thüringer Tribüne</a> zu arbeiten, nahm er dankend an. Über mehrerer Artikel Cohns über den Schuhmacherstreik in Erfurt 1891 in der Tribüne, wobei Cohn klar Stellung für die Arbeiter bezog, beschwerten sich einige Schuhfabrikanten bei seinen Redakteuren, diese befanden, er solle sich in dieser Angelegenheit mehr zurückhalten. Wegen dieser Einschränkung seiner politischen und journalistischen Tätigkeit gab er diese Stellung auf. Bebel, über seine Lage unterrichtet, bot ihm an, die Geschäftsführung eines Parteiblattes zu übernehmen. Er konnte zwischen <a href="Magdeburg" title="Magdeburg">Magdeburg</a> und <a href="M%C3%BCnchen" title="München">München</a> wählen. Cohn wählte München, das seiner Individualität mehr Anregung bot.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Nach dem Ende des Sozialistengesetzes und den programmatischen Grundsatzreden <a href="Georg_von_Vollmar" title="Georg von Vollmar">Georg von Vollmars</a> von 1891, stellte sich die "<a href="M%C3%BCnchener_Post" title="Münchener Post">Münchener Post</a>" endgültig in den Dienst der von der bayerischen Sozialdemokratie propagierten Reformpolitik. Als hauptamtlicher Geschäftsführer sollte Louis Cohn ab 1. Oktober 1892, im Auftrag der Gesamtpartei, die Zeitung verwalten. Sein Sohn Arthur und <a href="Adolf_M%C3%BCller_(Politiker%2C_1863)" title="Adolf Müller (Politiker, 1863)">Adolf Müller</a> unterstützten ihn dabei. Er sollte sie wirtschaftlich sanieren und als Aufpasser der Berliner Parteizentrale fungieren. Es gelang ihm, aus dem Verlag der Zeitung, der "Firma Birk &amp; Co", ein leistungsfähiges Unternehmen zu machen. Mit seinen Versuchen, Einfluss auf die Redaktion und auf die Politik der bayerischen Sozialdemokratie zu nehmen, scheiterte Cohn allerdings. Den Posten als Geschäftsführer der Münchner Post führte er bis 1918 aus.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Werke">Werke</h2></div>
<ul><li>Louis Cohn. Kritik der Entwürfe des Reichsgesetzes betreffend die Sicherung der Bauforderungen und des Preußischen Ausführungsgesetzes nebst einem Anhange betreffend die Stellung der Baugläubiger nach dem künftigen Bürgerlichen Gesetzbuche. Berlin&nbsp;: Siemenroth &amp; Troschel, 1898.</li>
<li>Louis Cohn: Die Wohnungsfrage und die Sozialdemokratie&nbsp;: Ein Kapitel sozialdemokratischer Gemeindepolitik / München&nbsp;: M. Ernst 1900, 76 S. <a rel="nofollow" class="external text" href="https://archive.org/details/diewohnungsfrag00cohngoog">digital</a></li>
<li>Louis Cohn: Städtische Grundrente und Wohnungsfrage in: Die neue Zeit&nbsp;: Wochenschrift der deutschen Sozialdemokratie. 19.1900–1901, 2. Bd.(1901), H. 32, S. 177–181. <a rel="nofollow" class="external text" href="http://library.fes.de/cgi-bin/nzpdf.pl?dok=190001b&amp;f=161&amp;l=192">digital</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Nachruf">Nachruf</h2></div>
<ul><li>Nachruf Louis Cohn in: <a rel="nofollow" class="external text" href="http://fes.imageware.de/fes/web/">Vorwärts vom 26.10.1927 Nr. 506 Seite 3</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">Landesarchiv Sachsen-Anhalt, Abteilung Merseburg, Auszug aus dem Geburtenregister der Synagogengemeinde zu Halle (Saale)</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text">Denkwürdigkeiten eines Sozialdemokraten von Wilhelm Blos, Seite 147.</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text">Sozialistische Lehr und Wanderjahre von Louis Cohn:
<ul><li>Sozialistische Lehr und Wanderjahre I / Vorwärts vom 12.11.1925, Nr. 535, Seite 7</li>
<li>Sozialistische Lehr und Wanderjahre II / Vorwärts vom 24.11.1925, Nr. 554, Seite 11</li>
<li>Sozialistische Lehr und Wanderjahre III / Vorwärts vom 28.11.1925, Nr. 562, Seite 11</li>
<li>Sozialistische Lehr und Wanderjahre IV / Vorwärts vom 09.12.1925, Nr. 580, Seite 7</li>
<li>Sozialistische Lehr und Wanderjahre V / Vorwärts vom 15.12.1925, Nr. 590, Seite 9</li>
<li>Sozialistische Lehr und Wanderjahre VI / Vorwärts vom 22.12.1925, Nr. 602, Seite 7</li></ul>
In: Vorwärts <a rel="nofollow" class="external text" href="http://fes.imageware.de/fes/web/">digital</a> </span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text">Das linke Intellektuellenmilieu in Deutschland, seine Presse und seine Netzwerke (1890 - 1960) Michel Grunewald, Hans Manfred Bock, Seite 320.</span>
</li>
</ol>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<ul><li>Louis Cohn im Historischen Lexikon Bayerns: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/M%C3%BCnchener_Post">Münchener Post</a></li></ul>
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Normdaten&nbsp;(Person): <a href="Gemeinsame_Normdatei" title="Gemeinsame Normdatei">GND</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://d-nb.info/gnd/126216681">126216681</a></span> | <a href="Virtual_International_Authority_File" title="Virtual International Authority File">VIAF</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://viaf.org/viaf/74837773/">74837773</a></span> | </div>
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